Chronik


Gründung

Es ist vor allem der Initiative der drei Brüder Johann, Josef und Hermann Gruber sowie Alois Steinlechner zu verdanken, dass der ungeliebte Zustand - im Heimatort Aschau keine eigene Musikkapelle zu haben - 1924 ein Ende hatte. Nach zähen Verhandlungen mit der Gemeindevertretung finanzierte diese letztlich gemeinsam mit Spenden aus der damals schon wohlwollenden Bevölkerung den Ankauf des notwendigen Instrumentariums. Der erste Kapellmeister des neuen Klangkörpers war Franz Angerer aus Stumm. Ihm zur Seite stand der tatkräftige Obmann Josef Eberharter. Am 25. Juli 1925 konnte schließlich das Gründungsfest gefeiert werden.

Bis zur kriegsbedingten Auflösung 1940 leiteten Hans Angerer und Johann Fleidl die Kapelle musikalisch sowie Franz Strobl organisatorisch. In der Chronik wird erwähnt, dass ein Parteifunktionär der NSDAP die Herausgabe der Vereinskasse forderte, was die Musikanten geschickt umgingen indem sie rechtzeitig das gesamte Geld  für  „kameradschaftliche  Zwecke“ ausgaben.


Die Jahre nach dem Krieg

Nach dem Krieg, aus dem der frühere Obmann Franz Strobl nicht lebend zurückkehrte, wurde der Musikbetrieb unter Kapellmeister Hans Angerer und Obmann Franz Keiler wieder aufgenommen, ehe 1949 die Ära unter der musikalischen Leitung von Michael Thaler begann. Der später sogar zum    Ehrenkapellmeister ernannte Thaler übte die Ämter des Lehrers, Chorleiters und Kapellmeisters in    Personalunion aus und sorgte für eine kontinuierlich Steigerung des musikalischen Niveaus. Außerdem studierte er mit seiner Kapelle erstmals auch andere Stücke neben der bewährten Marschliteratur ein. Sein kongenialer Partner als Obmann war damals Engelbert Waldner, der später ebenfalls zum Ehrenfunktionär ernannt wurde. In ihre rund 27-jährige Wirkungszeit fielen unter anderem die erste Konzertfahrt ins Ausland (1951 nach Berchtesgaden), die Veranstaltung des Bezirksmusikfestes (ebenfalls 1951) sowie die Umstellung auf die sog. Normalstimmung (1967), die den Austausch des gesamten Instrumentariums erforderte. Viele    Musikanten, die schon damals Mitglied waren, denken heute noch sehr gerne und mit großem Respekt an die Zeit unter Kapellmeister Michael Thaler zurück.


1978 bis 1995

1978 übernahm Franz Höllwarth aus Bruck den Taktstock und Ludwig Rahm wurde Obmann. Auch unter dem neuen Kapellmeister konzertierte die BMK Aschau im Ausland, beispielsweise in Adelkofen (Deutschland) oder in Rodt (Belgien). Am Ende der Schaffenszeit von Franz Höllwarth wagte sich die Kapelle erstmals ins Tonstudio und nahm den „Marschall Foch-Marsch“ auf, ehe 1983 die intensive Zusammenarbeit mit Helmut Brugger als Kapellmeister startete. Eine fortwährende Erweiterung des Repertoires verbunden mit der   Förderung des musikalischen Niveaus, zählen zu den Markenzeichen des als besonderen Motivators geltenden Helmut Brugger. Gemeinsam wurde 1984 eine Langspielplatte aufgenommen sowie 1993 eine CD produziert. Aber auch infrastrukturell wurde mit dem Bau eines neuen Probelokals 1988 ein wichtiger Grundstein für die Zukunft des Vereins gelegt. Nach kurzen Gastspielen von Rupert Angerer als musikalischer Leiter und Johann Eberharter als Vereinsvorstand, kehrte Helmut Brugger 1992 noch einmal ans Dirigentenpult zurück. Obmann wurde Peter Reiter, der bis heute dieses Amt mit großer Leidenschaft und organisatorischem Können ausübt.


Bis heute

Ab 1995 dirigierte der erfahrene Johann Gänsluckner aus Ried die Aschauer Kapelle in dessen Amtszeit das erste Frühjahrskonzert im neuen Pavillon, das zugleich das bisher letzte unter freiem Himmel war, fiel. Bei zahlreichen Platzkonzerten und Auslandsfahrten, unter anderem nach Barrien (Nähe Bremen), Bischberg (Nähe Bamberg) oder Myslakovice (Polen), wurde die breit gefächerte Literatur zum Besten gegeben. Im Herbst 2008 übergab Johann Gänsluckner nach 14 erfolgreichen Jahren den Taktstock an den damals 22-jährigen Andreas Waldner, einem Trompeter aus den Reihen der Musikkapelle. Beim Frühjahrskonzert 2009 wurden in Zusammenarbeit mit dem Zillertaler Lehrerchor und dem Schulchor des RG Schwaz Werke aus Carl Orffs „Carmina Burana“ und Giuseppe Verdis „Gefangenenchor“ aufgeführt. Zwei erfolgreiche Teilnahmen an Wertungsspielen, Auftritte im Olympiastadion Berlin oder beim Christkindlmarkt in München sowie eine CD Produktion im Herbst 2013 zählen zu den Höhepunkten der jüngeren Vergangenheit. 

 

Ab der Saison 2015 steht die Kapelle unter der Leitung von René Schwaiger aus Westendorf. René gehört mit seinen 19 Jahren zu den jüngsten Kapellmeistern in ganz Österreich und zu den jungen Talenten im Land Tirol. Die Bundesmusikkapelle Aschau ist stolz, einen so jungen und engagierten Kapellmeister gefunden zu haben. Er ist sowohl als Instrumentalist als auch als Ensembleleiter und Kapellmeister bestens auf seine Aufgabe vorbereitet (Ausbildungen: Modell Tirol, Jugendorchesterleitung und Studium „Blasorchesterleitung“ am Konservatorium).

 

Im November 2015 übernimmt Silvia Hinterberger die Geschäfte der Obfrau. 2016 dürfen wir als Gastkapelle beim Bezirksmusikfest in Westendorf auftreten. Im November übergibt Kapellmeister René Schwaiger den Taktstock an den aus Finkenberg stammenden Josef Gabriel.